Reisezeitraum: 20.07.2016 – 10.08.2016
Fluggesellschaft: EuroWings
Reiseart: Flugzeug (DUS – PMI)
Hotel: 2x Airbnb / 1x fewo-direct
Wir haben im Oktober 2015 alles Wichtige gebucht – und alles Wichtige bedeutet dieses Mal: Flüge, Unterkünfte, Mietwagen. Die Flüge haben wir über Germanwings (mittlerweile ja Eurowings) gebucht, die Kombination aus Preis und Leistung war für uns vertretbar. Pro Person 23kg Gepäck, Sitzplatzreservierung (inkl. Option auf Sitze mit extra Beinfreiheit sofern man schnell genug ist), Getränk und Snack (uninteressant). Bezahlt haben wir für zwei Personen Hin- und Zurück ca. 478 €.
Ein Mietwagen war Pflicht und hier ging dann das erste Mal recherchieren los. Wir hatten auf Teneriffa ein Cabrio (Peugeot 308) für 10 Tage mit Vollkasko ohne SB (ohne Glas-/Reifenschutz) und dafür rund 370€ gezahlt – bei einem lokalen Anbieter. Ein Cabrio sollte es eigentlich wieder sein, weil es einfach Spaß macht. Leider haben wir da nicht so auf dem Schirm gehabt das sich Kanaren und Balearen in der Preisgestaltung doch rapide Unterscheiden. Von der Cabrio Idee sind wir sehr schnell wieder weg, 2.000€, auch wenn es für 3 Wochen ist, waren einfach zu viel.
Nach dem checken von diversen Firmen (wo Goldcar, RecordGo und auch Vermittlerfirmen die mit den beiden zusammenarbeiten rausgefallen sind) haben wir uns letztlich dann doch für die etablierte Lösung von Sixt entschieden. Gebucht war was aus der EMCR Klasse (Opel Corsa, Ford Fiesta, Citroën C3) inklusive Navigationsgerät und das volle Versicherungsprogramm. 3 Wochen sind eine lange Zeit und wir haben schon auf Teneriffa gesehen das Spanier ihr Auto eher nicht als Wohlstandsobjekt sehen. Die sind da etwas sehr rustikal – unbeschädigte Autos sind eigentlich Mangelware. Kosten sollte der ganze Spaß 1085 €.
Dann ging es an die Buchung der Unterkünfte. Wir waren uns schnell einige das wir jede Woche woanders sein wollen um möglichst viel sehen zu können. Flexibel waren wir ja schon mal durch den Mietwagen. Grundlage der Suchen war Airbnb.de
Wir entschieden uns zum Reinkommen für ein freistehendes Haus bei einer Finca. Ziemlich abgeschieden und dadurch sehr ruhig. Erst mal raus aus dem Trubel von zu Hause und langsam akklimatisieren. Die Wohnung bzw. das kleine Ferienhaus wurde unter anderem mit Outdoorküche und Außendusche beworben sowie gewissem Abstand zu den Gastgebern die im Haupthaus auf dem gleichen Grundstück ca. 30m entfernt wohnten. Damit war Artà als erstes Reiseziel festgelegt, die Buchung erfolgte unkompliziert.
Als zweites Objekt haben wir uns wieder ein freistehendes Ferienhaus ausgesucht gehabt, diesmal in Costitx. Das liegt in der Inselmitte und schien und ideal für Ausflüge ins Landesinnere. Auch hier lief die Buchung eigentlich problemlos ab.
Als letztes Ziel sollte es dann in die Nähe von Palma gehen und Richtung des bekannten Serra de Tramuntana. Allerdings war es gar nicht so einfach da was zu finden. Wir wollten weder direkt in Palma wohnen und auch nicht in El Arenal, geschweige denn in Magaluf. Ich fand ein wunderschönes Cottage in Valldemossa – leider wurde meine Buchungsanfrage nicht beantwortet bzw. verfiel sie nach einer Woche, da der Host gerade im Ausland war und keinen Internetzugriff hatte. In der Zeit hatte ich leider schon was Anderes gefunden.
Ich fragte bei einem weiteren Host an – ein Studio in Esporles mit traumhaften Blick nach Palma. Leider ohne Begründung abgelehnt worden (vielen passt der Buchungszeitraum Mittwoch-Mittwoch nicht) und so langsam wurde es eng, da sich herauskristallisierte das verdammt viele Menschen im Sommer 2016 Urlaub auf Mallorca machen wollen.
Letztlich bin ich in El Toro gelandet, in einer kleinen Dachgeschosswohnung – allerdings mit Pool Zugang! Kleine Küchenzeile, kein WiFi, dafür aber Strandnah und in der Stadt bzw. eher dem Örtchen gelegen.
Eigentlich waren die Planungen so weit abgeschlossen. Wir hatten alles gebucht und uns dieses mal selbst auferlegt nicht jeden Tag bis aufs kleinste zu planen. Stattdessen wurde der Mallorca Gruppe auf Facebook beigetreten für Impressionen und dann hat man sich eben gemerkt „da könnte man mal hin“. Auf Teneriffa wurde noch jeder Tag durchgeplant aber es geht auch sehr gut ohne minutiöse Auflistung was wo wie und wann.
So warteten wir eigentlich nur noch auf den Reisebeginn… bis am 14.06 mitten in der Nacht eine Stornierungsmail von airbnb.de kam für das zweite Quartier in Costitx. Anscheinend hatte es da einen Besitzerwechsel gegeben. Jetzt finde mal schnell eine Alternative die a) im bezahlbaren Rahmen bis 70€/Nacht ist und b) nicht direkt in dem Gebiet liegt wo du schon untergebracht bist. In der Inselmitte? Keine Chance mehr. Klar, Fincas für 6-8 Leute und mehr gab es noch. Oder auch Sachen für 120€/Nacht. Also im Süden geguckt, aber auch nichts was einen angesprochen hätte.
Dann mal fewo-direkt.de in Anspruch genommen. Habe dann in Esporles was gefunden – ein freistehendes Gästehaus auf einer Dorffinca. Wenige Gehminuten vom Stadtkern entfernt. Zwar nah an El Toro, eigentlich zu nah, aber, wenn man sich von da auf das Gebirge konzentriert und nicht Richtung Palma klappt das schon. Buchungsanfrage versendet und es kam dann auch mitten in der Nacht schon eine Antwort. Ja, geht, vielleicht, Anzahlung an IBAN von 250€, Rest dann vor Ort. Bewertungen waren durchgehend gut. Überweisung angeregt … kommt eine Mail sorry, das Haus ist weg, es hat gerade jemand bestätigt gehabt der vorher angefragt hatte. Aber ich hätte da noch eine Wohnung auf dem Grundstück, die ist auch größer.
Gut da es so langsam etwas knapp wurde haben wir die halt genommen, uns wurde mit dem Preis auch etwas entgegengekommen.
Daraufhin noch mal die anderen beiden Vermieter angeschrieben ob da alles klar geht und das sie sich bitte schnellstmöglich melden sollen, wenn irgendwas ist. Von beiden kam durchaus positives Feedback – sie hätten noch nie jemandem abgesagt und wollen damit auch gar nicht erst anfangen. Das erfreut einen doch.
Unser Flug ging von DUS nach PMI morgens um 06:10 Uhr. Nicht mal der erste Flieger Richtung Palma de Mallorca, sondern schon der vierte oder fünfte. Der Flug wie gewohnt unspektakulär. Nach der Landung in Palma kurz orientieren – wohin müssen wir jetzt. Koffer geholt, Mietwagen bei Sixt abgeholt und los geht’s.
Der Check-In in Artà war für zwischen 13:00 und 14:00 Uhr geplant, also sind wir etwas in Richtung Küste gefahren um den Weg etwas zu strecken. Das kleine Ferienhäuschen auf dem Gelände der Finca sah 1:1 aus, wie auf Airbnb dargestellt, keinerlei Probleme.
Das erste Ziel war Sant Salvador in Artà, eine alte Burganlage. Auf dem Weg dahin sind wir aber noch an einem Kloster vorbeigekommen, da musste man auch rauf. Schöne Aussicht!
Sind da mal hübsch um die Burganlage drum rum, haben uns den Irrgarten und die Kirche unten aber gesteckt. Sind dann Richtung Cala Torta gefahren. Wirklich eine wunderschöne Bucht, nicht überlaufen. Allerdings auch nur sehr wenig Schatten, keine Sanitären Anlagen.
Weiter zum nächsten Strand in der Nähe, dem Cala Mitjana fahren. Leider gar keine Schatten Option. Der Weg noch bescheidener als zur Cala Torta. Aber auch hier: Kaum Menschen. Die Temperaturen um den Zeitraum waren aber so krass (~38°) das wir auch schnell wieder die Biege gemacht haben, allerdings mit dem Ziel zum Schwimmen definitiv wiederzukommen. Da wir auf dem Rückweg mehr oder weniger dran vorbei gekommen sind wollten wir uns dann auch noch mal das andere Extrem angucken: Einen überlaufenen Touristenstrand, die Cala Mesquida.
So saßen wir also in unserem klimatisierten Auto und wir fuhren Richtung Cala Rajada und landeten schließlich am Cap de Pera, ein schöner Leuchtturm. Fantastische Sicht und ein weiterer Ausflug zu Sonnenaufgang war praktisch schon gebucht.
Am dritten Tag sind wir nach Porto Cristo gefahren. Da waren wir auf dem Hinweg nach Artà schon durchgefahren und wir fanden es ganz hübsch. Haben da einen ganz gemütlichen Hafenrundgang gemacht, uns viele Boote angeguckt.
Wir sind dann nach unserem Hafenrundgang weiter Richtung Ses Salines. Wir wollten mal die berühmten Salzwerke besuchen, ganz in der Nähe vom berühmten Naturstrand Es Trenc.
Auf dem Rückweg sind wir dann über Costitx gefahren und – verdammt, gut, dass es mit dem Quartier da nicht geklappt hat! Dieses Dorf ist ja so was von tot, da ist gar nichts. Die ganze Inselmitte ist tot. Wir wären da nicht glücklich geworden.
Wir wollten dann noch nach Manacor, zu einer Glasbläserei. Sagen wir so, wir haben sie nicht gefunden aber jetzt auch nicht übermäßig intensiv gesucht. Sind dann noch ein wenig durch Manacor gebummelt, haben an einer kleinen überschaubaren Markthalle wunderbar frischen Knoblauch gekauft und sind dann auch zeitig zurück. Wir haben den Tag dann einfach gemütlich auf der Finca ausklingen lassen.
Wir sind am nächsten Tag zum Cap Formentor.
Eine wirklich geile Sicht. Einzig die Ziegen die einem auf der Hinfahrt immer so vors Auto hüpfen sind gewöhnungsbedürftig. Wir waren mit die ersten da. Ein verliebtes, junges Pärchen saß da auf den Stufen, die waren mit dem Roller da und hatten sich wohl den Sonnenaufgang gegeben. Ansonsten waren da ein paar Fahrradfahrer und noch der ein oder andere PKW. So um 09:00 – 10:00 Uhr treffen die Touristenbusse ein, da sollte man im Idealfall schon wieder weg sein.
Auf dem Rückweg haben wir noch weitere Aussichtspunkte an der Strecke abgegrast. Vor dem Hauptweg zum Cap noch auf der MA-2210 ist der Aussichtspunkt Mirador Es Colomer. Direkt gegenüber geht eine engere Straße hoch zum Talaia d’Albercutx, ein alter Aussichtsturm. Auch von dort hat man eine sehr schöne Übersicht bis runter zum Port de Pollença.
Wir sind danach, war ja noch früh, noch weiter nach Alcúdia gefahren. Eine wunderschöne Altstadt! Lohnt sich definitiv. Oben auf dem Rundgang langlaufen soweit es geht.
Am nächsten Tag wollten wir dann auf einen richtigen Markt, in der Nähe war der von Montuïri. Dazwischen lag Petra, eine kleine, süße Stadt die auch im Reiseführer Erwähnung fand. Danach ging es Richtung Cala Figuera, ein kleines Fischerdorf. Und oh mein Gott ist das hübsch. Es ist klein und beschaulich und es bietet eine wunderschöne Bucht. Es ist nicht groß. Lange aufhalten kann man sich da nicht wirklich. Je nach Tageszeitpunkt kann man aber den Fischern dabei zugucken wie sie ihre Boote anlegen, allerdings hätten wir da noch 2 Stunden warten müssen.
Am letzten Tag sind wir dann morgens in aller Früh noch mal zum Leuchtturm und haben einen sehr schönen Sonnenaufgang fotografiert. Die Idee hatten mehrere, die Stelle war aber auch gut. Als gerade die ersten Anzeichen am Himmel zu sehen waren welche den Sonnenaufgang angekündigt haben, konnte man auch noch Menorca am Horizont sehen.
Am nächsten Morgen hieß es dann aber Koffer packen, weiter geht es nach Esporles. Der Check-In war recht spät angesetzt, aber so ist das leider bei individuellen Buchungen.
Die Vermieterin ein krasses Gegenteil zu dem Paar vorher. Die Unterkunft war groß, wie erwartet, hatte aber keine Klimaanlage und keine Insektenschutzgitter vor den Fenstern.
Nächsten Morgen nach Palma de Mallorca. Es war heiß und es war voll. Wir haben dann mal auf die Kamera verzichtet und auch das Handy kam eigentlich nicht zum Einsatz. Wir waren in einer der Markthallen und diese Auswahl an Frischfisch ist einfach wahnsinnig – so viele Fischsorten, alle frisch und auf Eis liegend, lebende Hummer, Wildfanggarnelen, Thunfisch, Doraden – einfach ein El Dorado für Fischfans. Auch Obst und Gemüse gab es in Hülle und Fülle, riesige Melonen von mehreren Kilogramm. Einzig was nicht so stark vertreten war, war Fleisch. Klar gab es auch Frischfleisch, aber im Vergleich zu den Fischständen war es doch um einiges weniger. Sind dann noch danach ein wenig in der Stadt rumgeirrt und haben uns so verfranzt das wir dann mit dem Taxi zurück zum Auto sind. Die Kathedrale haben wir aber wenigstens noch gesehen und ein paar Teile der Altstadt hatten wir auch erlaufen.
Nächster Tag: Wir fahren die MA-10 und schauen was man so findet.
Ein Schild „Port de Valldemossa“ – okay, machen wir. Hui, Serpentinen. Hat sich gelohnt!
Wir sind dann wieder über die MA-10 zurück. Dabei auch an den Stauseen vorbei. Sowohl der Embalse de Cúber als auch der Gorg Blau führten kaum noch Wasser. Uns sind in den ganzen Tagen im Gebirge jeden Tag unzählige LKW entgegen gekommen mit Trinkwasser, der Wassermangel ist doch durchaus zu spüren. In manchen Regionen im Gebirge wurde der Wasserverbrauch für Einheimische auch stark eingeschränkt, zum Beispiel wurde das waschen von Autos untersagt. Nicht das es unsere Vermieterin groß gestört hat, allerdings hatte sie auch einen Brunnen auf dem Anwesen. Trotzdem flossen da nachts sehr viele Liter Wasser in den Garten.
Am nächsten Tag ging es nach Port de Soller und das war teuer. Öffentliches Parkhaus, Schranken oben, die Zugangsautomaten abgeklebt. Sonnenbrille auf, also eh im dunklen Parkhaus nur doofe Sicht. Direkt neben einem Ausgang geparkt – sonst wären einem die Automaten auch aufgefallen. Sind also schön durch Port de Soller geschlendert, kommen zurück und haben ein Strafmandat am Scheibenwischer kleben.
Ging auch noch nach Sa Colabra. Wer auf wandern steht kann hier einige Stunden seinen Spaß haben, wir haben uns mit ein wenig gucken begnügt.
Am nächsten Tag sind wir dann nach Valldemossa. Bergdorf wie jedes andere, die Fernsicht ist cool, weil es so Stufenförmig aufgebaut ist. Ging dann weiter nach Deià, aber die Lichtverhältnisse waren verdammt schlecht für Fotos. Wir sind dann mal zum Strand runter, eine eklige, braune Brühe. Es war an dem Tag super stürmisch und das hat sich dann natürlich auch an den Küsten gezeigt.
Wir sind dann weiter nach Banyalbufar, rund 20 km weit entfernt, aber Badetechnisch sah es da nicht anders aus. Ebenfalls sehr stürmisch, aber nicht so trüb und dreckig.
Am nächsten Tag ging es dann noch mal nach Banyalbufar – wir wollten zu einem alten Schmugglerturm der als Aussichtspunkt fungiert. Der Torre del Verger ist wirklich kurz hinter Banyalbufar und nicht zu übersehen an der MA-10. Die Perspektive ist wirklich hübsch, ab und an entdeckt man auch eines der riesigen Kreuzfahrtschiffe am Horizont. Nach einer ausgiebigen Fotosession (viel mehr kann man da dann auch nicht machen) ging es zurück, nur haben wir dann auf dem Rückweg endlich mal geguckt wohin das Schild „Port d’es Canonge“ einen führt. Klein, beschaulich, leer.
Am nächsten Morgen hieß es dann umziehen. Der Check-In in El Toro war leider erst für 15 Uhr angesagt. Wir sind dann über die MA-10 und Andratx zu unserem neuen Quartier gefahren. Wir haben dann einfach etwas langsamer gemacht und sind noch etwas durch Magaluf gefahren und haben schon mal geguckt wo Supermärkte, Bars etc. zu finden sind.
Kurz vor 15:00 Uhr dann zum Haus. Super freundliche, sympathische Gastgeberin mit 2 großen Hunden. Dann mal schön Wasserkanister, die Koffer, die Kameraausrüstung etc. unters Dach schleppen. Temperaturtechnisch ging es aber! Schön mit Durchzug. Auch hier sauber, gepflegt, gibt nichts zu meckern.
Am nächsten Morgen ging es dann erst mal Richtung Strand und Hafen. Luxusyachten gucken (okay, mittlerweile hat man das Gefühl man hat so ziemlich alles schon gesehen), teure Autos gucken (Yachtbesitzer begnügen sich anscheinend nur selten mit einem Standardauto. Da muss schon ein Porsche stehen).
Wir sind dann noch in die größere Nachbarstadt Santa Ponsa gefahren und dort am Meer rumspaziert.
Am nächsten Tag ging es dann nach Sant Elm. Wir haben als wir die Fähre gesehen haben überlegt ob wir nach Dragonera fahren, haben uns das dann aber gesteckt – die Fähre war so oder so schon so gut wie weg und auf Dragonera kommen dann doch eher Wanderfans auch ihre Kosten. Sind dann so etwas durch die Stadt geschlendert und haben weitere Fotos vom Meer, von Booten und von noch mehr Meer gemacht.
Auf dem Rückweg haben wir dann halt gemacht bei Port Andratx. War aber nur ein kurzer Aufenthalt.
Sind dann weiter Richtung Camp de Mar gefahren. Camp de Mar hat einen sehr populären (und vollen) Sandstrand, den wir aber nur aus der Ferne gesehen haben. Camp de Mar ist ebenfalls recht beliebt bei irgendwelchen Prominenten, so sehen auch die „Häuser“ (eher Villen) da aus. Teilweise schon noch angelehnt an den mallorquinischen Stil, aber teilweise auch Glaspalast Sünden oder architektonische Spielereien mit möglichst vielen Kurven.
Auch Peguera unterscheidet sich nicht großartig von den anderen Städten. Man merkt glaube ich so langsam das die Luft einfach raus war. Wir haben dann doch lieber große Teile des Tages entweder Strandnah oder am Pool verbracht.
Gut, dann schauen wir halt mal wie andere Menschen Urlaub machen. Auf ging es nach Palma de Mallorca zum Ballermann. Parken konnten wir bequem am B07, aber gut, das Klientel was da rumläuft darf ja sowieso in deren Zustand kein Auto fahren. Es war noch nicht übermäßig voll, aber war ja auch noch früh. Die ersten Gruppen saßen schon mit gut gefülltem Sangria Eimer am Strand und man wurde förmlich erschlagen von Angeboten für billige Drinks. Ein Liter Cuba Libre oder Wodka Lemon für 7 € ist schon ein Kampfpreis, passt aber zu der Klientel welche da so rumläuft. Wenn an sich überlegt das ein 0,5l San Miguel vom Fass in El Toro schon je nach Lokal um die 3,80€ gekostet hat kommt man am Ballermann definitiv günstiger auf seinen Pegel.
Polizei war zwar präsent, aber gegen die Eimersaufer wurde nichts gesagt. Die waren allerdings auch ruhig, also wird es wohl toleriert, wenn man es nicht übertreibt. Oder das wird erst in den Nachmittagsstunden ein Thema. War ja ganz groß angekündigt mit den Benimmregeln für den Ballermann.
Wenn man schon mal da ist muss man natürlich auch mal in die „berühmte“ Schinkenstraße. Bierkönig, Megapark, Oberbayern – also für uns ist das nichts. Die schon kräftig zu schlechtem Schlager grölenden Kleingruppen in den riesigen Bars hatten so gegen 11:00 Uhr ihre Textsicherheit schon ein wenig verloren.
Am nächsten Tag dann wollten wir noch mal in die Markthallten in Palma, allerdings war Sonntag. Wir hatten uns am Vorabend noch intensiver mit unserer Vermieterin unterhalten und den Tipp bekommen wir sollten doch mal nach Santa Maria del Camí fahren, wenn wir einen schönen Wochenmarkt sehen möchten. Gesagt, getan, es ging also nach Santa Maria del Camí. Das war mal ein vernünftiger Markt. Frisches Obst, Gemüse, diverse Händler für Öle und Stoffe, Keramik, Olivenholz. Gut, die obligatorischen Taschen und Kleidchen gab es auch aber es hielt sich in Grenzen.
Und Tiere konnte man dort auch kaufen. Hühner, Enten, Wellensittiche, Gänse, Tauben und noch anderes Federvieh – und da wurde auch fleißig gekauft. Ein Spanier präsentierte uns ganz stolz sein Huhn (oder Hahn?) im Karton. Dort konnte man sich schon durchaus etwas länger aufhalten, haben wir auch gemacht.
Und jetzt kommt der absolute PANIK Moment der ganzen drei Wochen. Wir hatten uns ein Boot gemietet, Führerscheinfrei, 8 Stunden, 219€. Damit sollte es dann ein wenig Richtung abgelegener Buchten etc. gehen. Wir also morgens hin zum Hafen, Boot abholen. Bisschen Papierkram (Kaution hinterlegen etc.) und dann zum Steg. Irgendwie in diese kleine Nussschale geklettert und die Einweisung (auf Englisch) von einem Niederländer bekommen. Ich nenne ihn mal Hans. Hans war sehr nett und hat einem alles erklärt, war auch nicht kompliziert. Ein Hebel, ein Lenkrad fertig im Grunde. Gezeigt wo Feuerlöscher, Tank, Schwimmwesten sind. Keine Hinweise zu Sprit (außer einem „damit kommt ihr bis Afrika“) oder ähnliches… also dann, auf ans Steuer und Richtung Sant Elm getuckert.
Mein Handy ist zwar Wasserdicht, aber Salzwasser in diesen Mengen mag es dann doch nicht, daher habe ich schnell auf Fotos machen verzichtet. Wir haben einige wunderschöne Buchten gefunden – nur erreichbar per Boot oder wenn mit sehr viel Geduld und Wanderschuhen. Wir haben jungen Kindern beim Felsenspringen zugeguckt wie sie aus dem Wasser raus einfach die 10m hohen Klippen hochgeklettert sind um dann wieder mit einem Salto und diversen Schrauben da runter zu springen.
Und wir haben heftigeren Seegang erwischt kurz vor Sant Elm, weswegen wir umgedreht haben, wir haben nämlich nicht im Meer gebadet, das Meer hat uns gebadet (und wie). Alles war nass, alles war salzig. Damit ist der Ausflug nach Dragonera geplatzt, eigentlich wollten wir da anlegen. Gut, wir hatten noch viel Zeit, sind also zurück, noch ein wenig im Hafen von Andratx rumgeschippert und dann wieder Richtung El Toro / Port Adriano. Ein Blick auf die Uhr – die See war an der Stelle auch wesentlich ruhiger – okay, dann fahren wir mal Richtung Magaluf und gucken uns das von Meerseite an! Es geht in die Richtung nur km weit an einer Steilküste vorbei, keine Zivilisation, kein Handy Empfang (sonst überall kein Problem). Wir waren gerade kurz vor dem Cap de Cala Figuera, als der Motor ausging. Wunderbar. Okay, Anker werfen. Scheisse, das war so tief, die Klippen nur wenige Meter weit weg, Anker hatte keinen Gripp da die Kette zu kurz war.
So ein beknacktes Sportboot nähert sich und fährt schön nah an uns vorbei. Ein Boot, gerade ein schnelles Boot, erzeugt viele Wellen. Und wenn man selbst in einer Nussschale sitzt ohne Anker, ohne laufendem Motor wackelt das sehr gut. Ich mich also irgendwo festgeklammert während Wolfgang der zu dem Zeitpunkt am Steuer war mal die Sitzbank hochgeklappt hat – siehe da, Sprit leer. Daneben aber ein Reservekanister, glücklicherweise voll. Also umfüllen. Gar nicht so einfach wenn das nächste schnelle Boot an dir vorbeifährt und Wellen erzeugt und man immer weiter Richtung Klippen treibt. Gefühlte die Hälfte vom Benzin verschüttet da es natürlich auch keinen Trichter o.Ä. gab, ergo stank auch das ganze Boot. Okay, umgefüllt… versuchen wir mal zu starten. Nichts. Also mal da angerufen, hatten glücklicherweise da Empfang (vermutlich durch die Nähe zum Leuchtturm) und dann wirst du erst mal angeschnauzt wie man so bescheuert sein kann den Tank leerzufahren. Hallo? Wer vermietet hier ein Boot für 8 Stunden, wenn nach 5 der Tank leer ist? Gut, gab dann 1-2 Hinweise und wir haben das Teil endlich wieder zum Laufen bekommen.
Sind dann auch zum Hafen zurück, die Lust ist uns da doch vergangen um weiter zu fahren.
Am Mittwochmorgen ging es dann zum Flughafen, der Wagen musste um 10:30 Uhr abgegeben werden, unser Flug ging aber erst um 15:50 Uhr – eine klassische Fehlplanung, aber was soll‘s. Haben dann am Flughafen einfach noch rumgesessen, bisschen gelesen, persönliche Fazits gezogen. Gegen 13:30 dann das Gepäck aufgegeben, sehr unkompliziert. Hoch zu den Gates, Sicherheitskontrolle.
Flug selber unspektakulär, sind zwar verspätet los (lag aber nicht an uns, der Flughafen Palma de Mallorca ist massiv überlastet, da geht jeder Flieger 10-20 Minuten später weg als geplant) aber pünktlich gelandet. Kofferausgabe verzögerte sich dann noch und die Toilette in Reichweite wurde natürlich gerade grundgereinigt, aber egal.
Endlich raus aus dem Flughafen und das erste was man abbekommt sind Regentropfen. Wunderbar. Mal eben von 35° auf 12°. Bibber.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
– 2 Wochen hätten es auch getan, wobei wir schwanken bei der Quartierwahl. Von der Ausstattung her bzw. vom Komfort war die Unterkunft in Artà durch die Außenküche und die Außendusche phänomenal, allerdings war man ohne Auto komplett aufgeschmissen, außer halt man läuft eine gute Stunde in die Stadt direkt an der dichtbefahrenen Landstraße. Das ist dann eher suboptimal. Ich vermute ich hätte auf die Woche in Esporles verzichtet, da in El Toro die Strandnähe und der Pool einfach zu überzeugen wussten.
– Wir haben rund 2.047km gemacht mit dem Auto und Strafzettel für das Falschparken sind verdammt teuer (dreistellig mit Bearbeitungsgebühr). Sollten sie hier mal einführen.
– Man kann auch sehr gut abseits der Touristenströme Plätze finden die eher weniger frequentiert sind und dass trotz einer aktuellen Auslastung von 97% – 99% (bezogen nur auf Hotels / offizielle Unterkünfte)
– Mallorca ist eine schöne Insel, die uns von Flora und Fauna wesentlich besser gefallen hat als Teneriffa.
– Das Preisniveau ist, anders als auf den Kanaren, eher an Deutschland angepasst. Sprit kostet (kein Diesel) so um die 1,18 – 1,20 € / Liter. Bier 0.5l kostet auch schon mal 3,80€ – auf den Kanaren 1€/0,5l (ab den Abendstunden dann 1,50€-2,00€). Das Obst und Gemüse ist auch im Lidl etc. frisch, aber es geht nichts über die kleinen Tante-Emma-Läden die überall in den Dörfern verstreut sind. Da hat man noch das Gefühl das Zeug kommt direkt aus dem Garten dahinter. So aromatische Tomaten, Melonen, Zitronen, Orangen etc.
– Jeder spricht Deutsch. Es gibt kaum Ausnahmen – Teilweise wird man schon auf Deutsch begrüßt! Gott wie mich das genervt hat. Wir haben durchaus auch Lokale gefunden wo ausnahmsweise keiner Deutsch/Englisch gesprochen hat, aber in der Regel hast du dich echt gefühlt wie in einem weiteren Bundesland.
– Mietwagen ist Pflicht. Mallorca ist viel zu Vielfältig (und wir haben viel noch gar nicht gesehen) um es nur auf Sonne, Strand, Meer und saufen zu reduzieren.