Es war mal wieder Zeit für einen Städtetrip im näheren Ausland. Bisschen überlegt, wo man bequem entweder via Flugzeug oder Auto hin kommt und da Tschechien bzw. Prag sowieso ein Wunsch war, war die Entscheidung nicht ganz so schwierig.
Fotos habe ich kaum gemacht, aber der Aufenthalt war trotzdem super und wir haben ein paar Meter gemacht. Haben uns auch eher treiben lassen, keine Museen oder Touren gebucht, einfach ein wenig eintauchen in die Stadt.
Mit dem Auto sind es rund 700 km, ist also sehr gut schaffbar, gerade wenn man zu zweit ist und das Auto via adaptive cruise control ja eh einen Großteil der Arbeit übernimmt. Hotel war wie üblich via Booking gebucht, würde ich für das nächste mal aber von abraten, da der Preisunterschied bei einer Direktbuchung des Hotels doch größer als erwartet gewesen wäre. Zur Vorauswahl ist das in Ordnung und auch um Bewertungen zu lesen, aber so wirklich viel hat das jetzt bei unserer Übernachtungsmöglichkeit auch nicht gebracht. Standardanforderungen und ein typisches Stadthotel bekommen – dunkel, altbacken, gefühlt eine Steckdose, Schlüssel mit XXL-Anhänger, aber es war sauber und sogar ziemlich ruhig.
Ausgangspunkt war der Wenzelsplatz, also schon sehr zentral gelegen, die Altstadt und eigentlich alles von Relevanz war bequem fußläufig erreichbar oder über den ÖPNV.
Parken ist etwas kritisch in der Zone, Hoteleigene Parkplätze kosten entsprechend, waren in dem Fall auch etwas weiter weg gelegen, da die Durchfahrt in den Hotelhof nicht auf aktuelle Autos ausgerichtet ist. Den Stress und einen Blue Line Parking Platz zu suchen, würde ich mir gar nicht machen, diese Plätze sind absolute Mangelware.
Hotel war mit Frühstück gebucht, sehr simpel, sehr einfach und qualitativ auch eher nun ja, aber für den ersten Kaffee am Morgen hat es vollkommen gereicht.
Am Wenzelsplatz selbst waren diverse Büdchen aufgebaut mit diversen landestypischen Speisen, keine Ahnung allerdings ob die Buden da immer stehen oder ob es irgendetwas zu feiern gab. Ansonsten hat man gerade dort eher so das typischere Innenstadtflair – Fast Food Restaurants, viele CBD-Shops und Minimärkte und natürlich inmitten der hübschen Altstadtkulisse Fast Fashion mit spiegelnder Glasfassade und glattem Beton. Rundherum dann die typischen Sauna Clubs, viele Kneipen/Bars, kleine Restaurants in irgendwelchen Kellern/Gewölben.
Paar Meter runter Richtung Altstadt dann das „typische“ Prag, was man auch so von Bildern kennt. Viele historische, gut erhaltene Bauten, wenn da nicht die gefühlt Millionen von Menschen wären, könnte man fast meinen man ist ein wenig in der Zeit zurückgereist. Ist wirklich nett anzugucken. Wird natürlich sehr ausgeschlachtet, die Preise für Getränke und simple Snacks steigen exorbitant umso näher man der Prager Rathausuhr kommt, aber auch das ist ja nicht wirklich überraschend.
Wir haben den ersten vollständigen Tag dann im Prager Zoo verbracht, mir war vor Sichtung der auch aus Deutschland bekannten braunen Hinweisschilder auf der Autobahn gar nicht klar, dass Prag auch einen Zoo hat – und der ist wirklich hübsch! Als Fan von Zoos gehört der definitiv in meine Top #5 – ziemlich groß, der Versuch, die Gehege möglichst dem natürlichen Lebensraum der Tiere nachzuempfinden, wunderbar sauber, ein super Preis-/Leistungsverhältnis (sowohl Anreise via ÖPNV, Getränkeversorgung im Zoo, Gastronomie im Zoo), eine Art „Skilift“ um auf den Berg mittig zu kommen.
Am zweiten Tag ging es dann paar Kilometer sammeln und die gängigen Hotspots ablaufen, also Karlsbrücke, Prager Burg, hier mal links, dort mal rechts bis wir irgendwann in Bezirk 6 gelandet sind.
Viel gesehen, wunderschöne Gebäude, eine sehr saubere Stadt. Klar, Graffiti an den Wänden, was die Optik der Altbauten teils stark stört, aber das auch eher in den Seitengassen. Aber sonst? Es liegt kaum was rum, kaum Hundekot (wobei es auch überall Spender für Beutel gibt), keine aufdringlichen Typen die dich in ihren Laden oder in ihr Lokal locken wollen. Fast-Food-Empfehlung in Prague 6: Las Adelitas Taquería – Tacos, Burritos, klebrige Tische, Plastikgeschirr und mega lecker. Mit die besten Burritos mit Pulled Beef da gegessen.
Tag drei war dann eine zweistündige Moldau Schifffahrt, gibt unzählige Anbieter mit verschiedensten Angeboten, die Routen sind eigentlich überall identisch. Außerdem Shopping, Essen und halt rumlaufen. Abends noch bei Hamley’s gewesen, wären wir da eher drüber gestolpert, hätten wir wohl mal ein paar Kronen verzockt an den ganzen Spieleautomaten.
Trdelnik / Baumstriezel / Baumkuchen gibt es an jeder Ecke und die Qualität schwankt am Tag mehrfach, daher keine ausdrückliche Empfehlung. Ich finde die Dinger geil, aber sehr oft sind sie kalt oder einfach zulange gebacken und dadurch hart. Richtig fluffige, warme hatte ich genau 1x, am nächsten Tag an der gleichen Bude schmeckte der dann so als läge er schon 2 Stunden. Die Preise sind eigentlich überall identisch im Bereich Altstadt/Prag 1: 120 Kronen für einen mit Schokolade gefüllten Baumkuchen.
Ein antialkoholisches Angebot abseits von Softdrinks und Kaffee sucht man eher vergebens. Einige Lokale bieten immerhin Selfmade Limonade an, aber auch da meist nur eine Sorte. Alkoholfreie Cocktails sucht man fast vergebens – gut, es ist eine Bierstadt 😉 Nur irgendwann kommt einem die Cola aus den Ohren wieder raus. Die Black Angels Bar war da richtig Klasse, denen hat man einfach nur gesagt in welche Geschmacksrichtung es gehen soll & die haben gezaubert, ist aber keine typische Bar. Türsteher, keine Fotos, eher ruhig und privat, live Klaviermusik. Ich mochte es, leider erst am letzten Tag entdeckt.
Shoppen für Klamotten etc. wenn, dann nicht in Prag direkt. Die Preise sind identisch zu unseren und die Shops sind auch identisch zu unseren Großstädten.









